Berufspädagogik

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Maria Montessori in der Berufsschule? Mai 1, 2010

Einsortiert unter: Uncategorized — pfdias @ 3:43 pm

Den Namen Maria Montessori hört man meist nur in Verbindung mit Primarschulentwicklung, zumindest sind ein Grossteil der Materialien so ausgelegt, dass eben die Altersgruppe  abdeckt. Es gibt auch eine Weiterentwicklung von Maria Montessoris Materialien für die Sekundarstufe I, aber die Pädagogik konzentriert auf die ersten vier bis sechs Schuljahre.

Maria Montessori ( *1870-1952)

Was passiert danach, oder besser kann man die Pädagogik auch für die Berufschule nutzen?

Vielfach möchten Berufschulen die Wirklichkeit abbilden, den Schülern die Möglichkeit geben sich Wissen anzueignen, dass für sie in der Arbeitswelt relevant ist. Sie wollen nahe an der Realität den Schülern das Werkzeug vermitteln, sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden. Wenn wir an die Pädagogik von Maria Montessori näher betrachten, dann gibt es einen Merksatz, der hier besonders ins Auge fällt „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Dieser Satz steht in der Montessori Pädagogik für den Erziehungsgrundsatz dem Kind zu helfen, selbständig zu werden. “Drei- bis sechsjährige Kinder sind in der Phase der bewussten Welteroberung. Mit ihrem Explorationstrieb ist es typisch für sie, alles anzufassen, zu untersuchen und ihre Fähigkeiten zu entwickeln und zu perfektionieren. Maria Montessori hat aufgrund ihrer Beobachtungen ihre Pädagogik in 5 Bereiche unterteilt : a) Übungen des täglichen Lebens, b) Sinnesmaterial, c) Sprachmaterial, d) Mathematikmaterial, e) kosmische Erziehung.

Das Material ist eng mit der Realität verknüpft, kein buntes Spielzeug, dass das Kind verwirrt und ablenkt. Ablenkt? Von was müsste man sich hier fragen. Das konventionelle Material und das war auch zu Zeiten Maria Montessoris so, hält das Kind nicht dazu an sich zu entfalten oder sich entwickeln, es hält das Kind ruhig. Die Erwachsenen können so ihrer Arbeit nachgehen und das Kind stört sie nicht dabei. Kinder wollen ständig dabei sein, finden das was Erwachsene machen spannend, eifern alles nach und beobachten interessiert lernend die Erwachsenenwelt. Sie wollen daran teilhaben und sich als Mitglied der Gesellschaft angenommen fühlen.

Der Fähigkeit und den Willen Fähigkeiten zu entwickeln und zu perfektionieren ist gerade bei den jungen Menschen, die in die Berufswelt eintreten eine Eigenschaft, die von den Berufsschulen unterstützt und gefördert werden soll. In den Berufsausbildungsplätzen wird ihnen meist authentisches Material gegeben mit dem sie arbeiten dürfen.

Der Ausbilder oder bei den handwerklichen Ausbildungsplätzen, der Meister hilft dem Auszubildenden es dann selbst zu tun, ganz nach Montessorischen Ansatz. Der Schüler bekommt theoretisches Wissen gekoppelt mit praktischem Wissen, hier ist es wichtig das der Schüler. Die Lernräume und das Arbeitsmaterial haben Aufforderungscharakter und die Lernenden werden durch die Ästethik zum lernen motiviert.

 

Eine Antwort zu „Maria Montessori in der Berufsschule?“

  1. dunjalarissa Sagt:

    Eigentlich ist es verwunderlich, dass wir es heute als neue Erkenntnis ansehen, dass man niemandem etwas lehren kann, sondern nur Lernangebote anbieten oder Hilfestellung im Sinn von “Hilf mir, es selbst zu tun” leisten kann. Die bemerkenswerte Frau Maria Montessori hat dies schon vor hundert Jahren gesagt und erfolgreich umgesetzt.
    Wieso tut sich unser Schulsystem denn so schwer daran, dies einzusehen und umzusetzen? Dies habe ich mich schon oft gefragt. Unsere Ausbildung an der PHTG geht ja eindeutig in die Richtung des konstruktivistischen Lernens und ich hatte das Glück, in beiden meiner Praktika die “neuen” Methoden auch ausprobieren zu können. Doch von vielen anderen habe ich gehört, dass sie nicht im Entferntesten vom Frontalunterricht abrücken durften. Da drängt sich schon ein wenig die Frage auf, wovor die “Alte Schule” denn Angst hat?


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